GALERIE DER ERINNERUNG
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Marcel Rubin kam 1905 in Wien zur Welt. Schon während der Schulzeit besuchte er einen Lehrgang für Harmonielehre an der Wiener Staatsakademie, wo er nach der Matura Klavier und Kontrapunkt studierte. 1925-27 nahm er privaten Kompositionsunterricht bei Milhaud in Paris. Daneben studierte er an der Universität Wien Rechtswissenschaften. Danach arbeitete Rubin in einer Anwaltskanzlei und leitete neben anderen Konzerten ab 1936 mit Friedrich Wildgans die viel beachtete Konzertreihe "Musik der Gegenwart". Am Tag des "Anschlusses" Österreichs 1938 musste Rubin als Jude emigrieren. Zuerst floh er nach Paris zu seiner Schwester. Im September 1939 wurde er als "feindlicher Ausländer" interniert. Später deportierte man ihn zuerst ins Internierungslager Meslay-du-Maine und im Februar 1940 in das "Verdächtigen-Lager" Damigny bei Rennes. Noch vor der Kapitulation Frankreichs wurde das von Engländern geführte Lager geschlossen und die Internierten freigelassen. Rubin gelang es im Herbst 1940, zu seiner inzwischen nach Marseille geflohenen Familie zu gelangen. Dort wurde er Mitglied der KPÖ (1969 trat als er aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings wieder aus). 1942 konnte Rubin seine Flucht nach Mexiko fortsetzen. In Mexiko-Stadt wurde er Korrepetitor an der Oper. Im Februar 1947 kehrte er nach Österreich zurück. Er lebte als freischaffender Komponist und verdiente seinen Lebensunterhalt als Musikkritiker für das "Österreichische Tagebuch" und bis 1969 für die "Volksstimme". 1948 bis 1965 arbeitete er auch ehrenamtlich als Sekretär des Österreichischen Komponistenbundes und gründete 1949 mit Gleichgesinnten die Österreichische Gesellschaft für Zeitgenössische Musik. Ab 1957 bekleidete er verschiedene Funktionen in der AKM und der CISAC. Marcel Rubin starb 1995 in Wien.

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