GALERIE DER ERINNERUNG
dokumentation

EntArteOpera

 
Gideon Klein

2015

komm mit nach terezín

EntArteOpera 2015
Projekt Wien 2015


THEMENSCHWERPUNKT Musik aus dem Ghetto-Lager Theresienstadt 1941-1945


Komm mit nach Terezín - Operette und Kabarett in Theresienstadt
Konzert - Kabarett
29.9. 19:30 - MuTh Wien


Konzeption, Texte und Leitung // Wolfgang Dosch
Klavier // Harumichi Fujiwara
Lehrgang Klassische Operette / Konservatorium Wien Privatuniversität //
Sopran // Christina Maria Fercher, Adriana Hernandez Flores, Junga Kang, Eliza Rose Mandzik
Mezzosopran // Stephany Pena
Tenor // Eiji Yokoo
Bariton // Onebae Cho, Philipp Landgraf

Wolfgang Dosch und sein Ensemble entführen das Publikum in das Ghetto-Lager von Theresienstadt. Hier kreierten Musikerinnen und Musiker zwischen 1942 und 1945 für Ihre Mitgefangenen ein Unterhaltungsprogramm, das von lebendigem Humor, beißender Satire und politischem Widerstand getragen war. Auf unterhaltsame und berührende Weise spürt das Ensemble den Anachronismus des Lagerlebens auf und zeigt wie Musik und Theater zum symbolischen "Überlebensmittel" wurden.

Humor, satirischer Widerstand und Unterhaltung - Parodie der Wirklichkeit.


ja, wir in terezín

Ja, wir in Terezín "Ja wir in Terezin wir nehmen's Leben sehr leicht hin!" sang man nach der Melodie aus Emmerich Kálmáns "Gräfin Mariza" in einem der zahllosen Unterhaltungsprogramme im Ghetto Theresienstadt. In diesem "Vorzeige-Ghetto", das Leo Strauss, Sohn des Operettenkomponisten Oscar Straus, als Städtchen "Als ob" mit einem seiner Cabaret-Texte verewigte, kreierten Künstlerinnen und Künstler zwischen 1941 und 1945 für Ihre Mitgefangenen Unterhaltungsprogramme, die von lebendigem Humor ("Glücklich ist, wer vergisst, was man da zusammenfrisst"), beißender Satire ("Die gelben Fleckerln" nach Fritz Spielmanns "Schinkenfleckerln") und politischem Widerstand ("Wo i geh' und steh', dort schaufeln Juden Schnee", n. "Erzherzog Johann-Jodler") aber auch von Sehnsucht nach Vergangenem ("In einem kleinen Café in Terezin trinkst Du den Tee und den Kaffe und denkst an Wien" (W. Lindenbaum nach Hermann Leopoldi) und zaghafter Hoffnung auf Künftiges getragen war ("Einmal noch hingeh'n, einmal nach Wien ... einmal, eh' es vorbei", Leo Strauss n. Oscar Straus' "Ein Walzertraum").
Und zur Melodie von Rudolf Sieczinsky sangen Kabarettisten auf der Brettel-Bühne eines Kasernen Dachbodens "Theresienstadt, du schönste Stadt der Welt".

"Es lebe das Kabarett" denn "... ein Happy End erleben Sie nur hier" ( Felix Porges).
Im Anachronismus des Lagerlebens ("als ob s ein Leben wär") wurde Unterhaltung zum Über-Lebensmittel: "Und auf Ghetto-Trümmern lachen wir uns schief" (Marsch von Theresienstadt, Felix Porges).

Wolfgang Dosch


uraufführungen

Uraufführungen
Bei dem Konzert "Komm mit nach Terezín" gelangen 2 Lieder nach Texten von Ilse Weber und Manfred Greiffenhagen, die in Theresienstadt entstanden, zur Uraufführung. Die KomponistInnen Clio Montrey und Pawel Markowicz, fühlen sich durch ihre Biografien als international tätige junge KünstlerInnen besonders hingezogen zu und inspiriert von diesem Thema.


wolfgang dosch

Wolfgang Dosch In Wien geboren, Studien für Trompete, Gesang, Schauspiel, Opernregie, Theater- und Musik-wissenschaft, Kulturelles Management. Vielseitige Tätigkeit im Bereich der Operette als Sänger, Regisseur, Dramaturg, Lehrender und Wissenschafter mit Schwerpunkt Operette, Musical. Engagements an wichtigen Theatern und Festspielen im In- und Ausland. 1991-2003 Sänger und Dramaturg an der Staatsoperette Dresden. Lehrauftrag am Konservatorium Wien Privatuniversität. Juror bei internationalen Wettbewerben. Künstlerischer Konsulent der Josef Weinberger Verlage, Wien. Publikationen für verschiedene Theater (Wiener Volksoper, Staatsoperette Dresden, Oper Halle, Lehár Festival Bad Ischl, Operettenfestival Triest) und Zeitschriften, Jüdisches Museum Wien, Jewish Museum New York.   Homepage: www.dosch.at


absolventInnen "klassische operette"

Die Konservatorium Wien Privatuniversität ist mit diesem Lehrgang "Klassische Operette" (2 Semester) das einzige Institut im gesamteuropäischen Raum, das sich der Pflege dieser Kunstform in Lehre und Forschung dezidiert und "namentlich" widmet. Die Ausbildung gilt u. a. der musikalisch-szenischen Erarbeitung umfangreichen individuellen Repertoires, ebenso wie der theoretischen und praktischen Aufarbeitung einzelner Forschungsschwerpunkte innerhalb der Kunstform. Die szenische Produktion einer gesamten Operette mit Orchester steht am Ende des 2. Semesters. Der Lehrgang Klassische Operette steht seit WS 2000/2001 unter der Leitung von Wolfgang Dosch.


harumichi fujiwara

Harumichi Fujiwara In Kobe, Japan, geboren. Studien für Gesang, Klavier, Komposition an der Universität für Musik in Tokyo. Weiters an der Musikuniversität Wien: Lied u. Oratorium bei Robert Schollum, Gesang bei KS Esther Réthy; am Konservatorium Wien: Operette/Musical. Langjährige Tätigkeit als Sänger im Chor des Österreichischen Rundfunks. Als Solist Spezialisierung auf Alte Musik. Als Pianist vor allem als Vokalbegleiter tätig und intensive Beschäftigung mit Operette, Musical und wienerischer Musik. Auszeichnung mit einer "Robert-Stolz-Medaille" für seine Verdienste um die Operette.


clio montrey

Clio Montrey "Spuk in der Kaserne", Text: Manfred Greiffenhagen
Die polnisch-kanadisch stämmige und international erfolgreiche junge Komponistin, deren Stücke in Amerika und Europa uraufgeführt wurden, arbeitet in verschiedenen Klangrichtungen, Oper, Operette, große Ensemblestücke und experimentelle Elektronikwerke.


pawel markowicz

Pawel Markowicz "Wiegala", Text: Ilse Weber
In Krakau geboren, studierte er Klavier und Dirigieren in Wien und den USA. Seine vielseitige Tätigkeit als Pianist, Chorleiter, Komponist, Bearbeiter, Herausgeber und Regieassistent bei TV-Konzertaufnahmen führte ihn in zahlreiche Länder der Welt.


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